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OpenData und der VVO

November 5th, 2011 Leave a comment Go to comments

Etwas genervt von meiner mobilen Fahrplan-Applikation für die Dresdener Verkehrsbetriebe habe ich einen Eintrag im Gästebuch des Verkehrsverbundes Oberelbe verfasst, um die mal darüber Nachdenken zu lassen, eventuell ihre Fahrpläne zu veröffentlichen. Eigentlich sollte so etwas selbstverständlich sein, ist aber in Deutschland kaum der Fall. Eine Initiative für Berlin mit toller Visualisierung gibt es schon eine ganze Weile.

Hier der Eintrag im Gästebuch (ist wohl noch in der Moderationswarteschlange):

Sehr geehrte Damen und Herren,

es würde mich sehr freuen, wenn der VVO ihre Fahrplandaten zur freien Verfügung in einem offenen Format anbieten würde. Dies würde es interessierten Fahrgästen ermöglichen, eigene Anwendungen auf diesen Daten aufbauend zu entwickeln und mit anderen zu teilen. Davon würden alle Fahrgäste und damit auch der VVO profitieren! In vielen anderen Städten weltweit ist die Bereitstellung im offenen GTFS-Format bereits Standard, Dresden und andere Sächsische Städte dürfen hier nicht den Anschluss verlieren.

Wenn sie einene Kostprobe davon wollen, was man mit solchen Daten alles machen kann, verweise ich z.B. auf http://www.mapnificent.net/budapest . Dort kann man sich eine Stadtkarte anzeigen lassen, in der man erkennt, welche Orte man in einer bestimmten Zeitspanne von einem ausgewälten Punkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann. Soetwas ist sehr praktisch, wenn man z.B. eine neue Wohnung sucht, von der aus man mit ÖPNV in 10 Minuten seine Arbeit erreicht. Auch Nutzer von Mobilapplikationen auf Telefonen, sowie blinde und anderweitig Eingeschränkte Fahrgäste profitieren immens von offenen, maschinenlesbaren Fahrplänen.

Mit freundlichen Grüßen,

Jupp Müller

Es wäre toll, wenn ihr dem VVO auch schreibt, warum es eine gute Idee ist, die Fahrpläne zu veröffentlichen.

Update:
Es gibt jetzt eine Antwort des VVO:

Sehr geehrter Herr Müller,
eine Bereitstellung der Daten in einem offenen Format ist nicht geplant. Für mobile Anwendungen stellt der VVO bereits die Webseite www.vvo-mobil.de zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr VVO

Categories: cultural, political Tags: , ,
  1. November 7th, 2011 at 20:50 | #1

    Stellt sich mir die Frage ob die nicht sogar von offizieller Seite zu barrierefreiheit verpflichtet sind. Da sollten wir mal mit dem Lehrstuhl nebenan reden. So ein bisschen Lokalpolitik wär in dem Fall ja angebracht. Könnte man ja auch versuchen die Piraten zu begeistern – passt ja eigentlich voll in deren Programm. Lass uns da mal drüber reden wenn ich wieder in Deutschland bin – die Antwort von der VVO sollte da nicht das letzte Wort sein.

    Willi

  2. Jupp
    January 5th, 2012 at 09:45 | #2

    Damit würde auch sowas wie jetzt vermieden, dass der VVO-Server down ist und keiner mehr Verkehrsauskünfte bekommt.

  3. k0rny
    January 5th, 2012 at 09:59 | #3

    Ein Kommilitone von mir hat DDTram für Android entwickelt (1). Meines Wissens nach ist man sich auch nicht so richtig einig geworden, obwohl es zu der Zeit weder eine Android-App noch eine mobile Webseite von der DVB gab. Bin ich ja mal gespannt, wie das weitergeht. So eine Anfrage mit einer 0815-Mail abzulehnen kann es ja eigentlich auch nicht sein.

    (1) https://market.android.com/details?id=de.unicate.android.ddtram

  4. Jupp
    January 5th, 2012 at 10:27 | #4

    Naja, es gibt eine gruselig schlechte Web-API, um die gleichen Services zu nutzen wie die Webseite sie bereitstellt. Es wäre aber besser, wenn sie die Daten freigeben würden, anstatt nur ihren Service als API anzubieten. Dann könnte man auch Mobil-Apps machen, die offline Anfragen stellen können und sich die Fahrplanänderungen lazy nachladen. Außerdem könnte man dann darauf seine eigenen Services entwickeln, es soll ja bessere Programmierer geben als die vom VVO. Momentan probieren die mit Google und co zu konkurrieren, das kann natürlich nicht gut gehen. Der nächste Schritt wäre dann, die Daten, die an den Haltestellen zur Verfügung stehen, online Anzubieten oder sogar noch besser, die GPS-Daten der einzelnen Busse (die ja eh da sind). Dann könnte allerdings jeder feststellen, wie pünktlich (oder überpünktlich) der durchschnittliche DVB-Bus ist, das ist natürlich so nicht gewollt 🙂

  5. kat
    January 5th, 2012 at 23:44 | #5

    als ÖPNV-app für android kann ich öffi (http://oeffi.schildbach.de/) wärmstens empfehlen. dutzende deutsche und weltweite städte werden unterstützt, unter anderem auch dresden.

  6. Hermann
    February 9th, 2013 at 14:05 | #6

    Von Seiten der DVB bewegt sich gerade was. Die schauen sich wohl momentan Google Transit an und haben sich bezüglich Rohdatenveröffentlichung noch nicht endgültig eine Meinung gebildet; heißt in der offiziellen PR bisher noch “nein”. Der Herr Böhm schreibt mir wenn er am 18. aus dem Urlaub kommt, was deren Argumente gegen eine Veröffentlichung sind und dann können wir die hoffentlich ausräumen.

  7. Eknoes
    January 7th, 2015 at 15:06 | #7

    Ist da nochmal was passiert? 🙂

  8. May 30th, 2018 at 08:52 | #8

    With a goblet cutter you possibly can make all types of designs.

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