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Google Streetview – oder – wie stopft man das Sommerloch

Ich glaube ja immer noch die Streetview-Diskussion ist dem Sommerloch geschuldet. Aber seis drum. Ich nehms mal vorne weg – ich sehe kein Problem bei streetview. So lange Google brav die Fenster blind zeichnet und Gesichter verschleiert find ich den Dienst sehr praktisch. Klar wirds das ein oder andere Bild geben wo Leute in nicht-massentauglichen Posen zu sehen sind. Aber meiner Erfahrung nach ist Google ziemlich gut im auf Nutzer-Anfragen reagieren.

Streetview stellt für mich kein Problem dar da es imho keine Grenze überschreitet. Straßen sind öffentlicher Raum, jeder kann und darf die Straße entlang gehen und Fotos von der Straße aus machen, so lange er dabei keine Gesetze/Rechte verletzt. Google darf das demnach auch. Toll ist in dem Zusammenhang wieder die Terrorismus-Keule aus der Politik. Was bitte-schön kann ein Terrorist mit streetview anstellen was er ohne nicht könnte? Veraltete Fotos eines Straßenzuges helfen kaum beim legen eines Sprengsatzes, zumal der Terrorist dafür eh an den Ort des Attentats muss und dort mit einem Update==Realität konfrontiert wird. Was da das Betrachten 3 Jahre alter Fotos bringen soll erschließt sich mir nicht.

Hier mal ganz einseitig zwei pro-streetview Artikel:
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-08/pro-street-view
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2010-08-14/pro-google-street-view

Der erste Artikel gefällt mir vor allem wegen des Schluss-satzes, den selben Spruch hab ich heute auch gebracht – ohne die statistik von google zu kennen. Im zweiten Artikel ist besonders der Abschnitt zu den Protestlern aus der Rheinischen Post lesenswert – das spiegelt so ziemlich genau wieder warum ich streetview für eine gute Implementation halte.

Abschließend mal noch was Persönliches. Als ich diese Jahr in Amerika war bin ich durch die üblichen Verspätungen im Flugverkehr erst gegen 23 Uhr Ortszeit vom Flughafen losgefahren, hatte aber noch ca 50 Meilen bis zu meiner Wohnung. Zur Vorbereitung hatte ich mich bei Google Maps über mein temporäres Heim informiert. Problem war, dass sich der Zufahrtsweg geändert hatte. Der Hauptzugang (eine breite asphaltierte Straße) war mit einem Stahlzaun gesperrt worden (verkehrsführung geändert), nur war der Zaun aufgrund seine Breite von knapp 10cm auf den Satelitenbildern von Google Maps nicht zu erkennen gewesen. Der neue Zugang war eine unter Bäumen versteckte schmale Seitenstraße. Dank streetview habe ich mir meinen Anfahrtsweg aber schon vorher ansehen können, ich wusste das da ein Zaun ist und wie der Seiteneingang aussieht. Dadurch habe ich dann auch Nachts halb eins auf einem fremden Kontinent meinen Parkplatz gefunden . . .

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  1. rg
    August 17th, 2010 at 08:52 | #1

    Wie ich gestern schon angemerkt habe und es jetzt nur noch mal öffentlich machen möchte: Sich über Google Street View auf zu regen (als Hausbesitzer) ist wie freiwillig in die Sauna zu gehen und sich darüber auf zu regen das jemand einen da nackt sehen kann. Oder anders gesagt vor Ort kann jeder das Haus viel besser sehen, könnte sogar ausprobieren rein zu kommen, jmd auflauern, etc.

  2. rg
    August 17th, 2010 at 08:55 | #2

    @rg
    Achso, bevor jetzt wieder das Argument kommt: “Nein, der Vergleich hinkt, es ist eher so als würde jemand in der Sauna fotografieren. In jeder Sauna (außer vielleicht ganz spezielle 😉 ) ist es verboten zu fotografieren. Von öffentlichen Straßen ist mir das nicht bekannt.”

  3. stefan
    August 18th, 2010 at 17:41 | #3

    @rg
    Danke das du dich schon selbst entkräftet hast, das spart mir die Arbeit 😉
    Ich werd mich der Diskussion nicht anschließen, dazu scheint mir das Ganze zu kontrovers. Rumgeflame mag ich nicht…also selten… 😉

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