Home > political, technic > Von DatenGAUs und erweiterten Netzsperren

Von DatenGAUs und erweiterten Netzsperren

September 9th, 2009 Leave a comment Go to comments

Ein typischer DatenGAU – diesmal bei unseren Nachbarn in Östereich.

http://www.heise.de/newsticker/Oesterreichische-Patientendaten-landeten-im-Netz–/meldung/145027

Die haben da ein Patientendaten-System für die Notdienste (Rettungswagen, Feuerwehr usw) eingerichtet – prinzipiell ja ne gute weil lebensrettende Maßnahme. Jetzt wurde aus Kostengründen die billigere Variante für den Datenaustausch verwendet, und das auch noch unverschlüsselt. Mit einem Funkscanner aus dem Technikmarkt und ner Soundkarte sowie den Einsatzcodes von einer Webseite kann man jetzt fleißig mithören wer sich beim Sex sein primäres Geschlechtsmerkmal lediert hat (Code 26A22) . . . Leider wurde scheinbar der Server des Hackers gecracked und dadurch sind die Daten bei einem Politiker gelander der damit an die Öffentlichkeit gegangen ist und jetzt hat der Hacker echt Probleme mit der Justiz.

Zensursula lässt grüßen – da fordert mal wieder ein ganz spezieller Wirtschaftszweig die Ausweitung der achso-tollen Internetsperren und Anwendung des französischen 3-Strikes Modelll auf Mediencontent: http://www.heise.de/newsticker/Medienwoche-Rechteinhaber-machen-sich-fuer-Netzsperren-stark–/meldung/145032

Was hat das alles noch mit Urheberrecht zu tun – irgendwie wird in diesen Diskussionen Urheberrecht immer zum reinen Verwertungsrecht degradiert . . .

[Update]
Ich will keinen neuen Post anfangen aber trotzdem auf folgenden Blog hinweisen: http://www.antischokke.de/. Die Bloggerin Nicole Ebber (Betreiberin des antischokke Blogs) war 2007 beim G8 in die Mühlen der Justiz geraten und kommt da jetzt scheinbar nicht mehr raus. Sie soll Steine geworfen haben. In erster Instanz wurde den Zeugen nicht geglaubt und Sie schuldig gesprochen. Diese zwei Zeugen werde jetzt wegen Falschaussage angeklagt. Sie ist in Berufung gegangen (daher das Urteil nicht rechtskräftig ergo gilt noch die Unschuldsvermutung). Vom Profil her passt die Frau nicht ins Bild des vermummten schwarzen Block Randalierers (siehe zum Beispiel hier oder hier). Weitergehende Infos gibts unter http://www.antischokke.de/2009/09/09/mein-g8-verfahren-in-rostock/.
Jetzt hab ich Angst vor der Demo am Samstag – vielleicht sollte das Thema doch eher “Angst statt Freiheit” lauten . . .

[Update2]
So wie es aussieht wird das Verfahren durch Zahlung eines Bußgeldes von 900EUR eingestellt: http://twitter.com/mspro/status/3978076885. Die Details wofür es jetzt das Bußgeld gab interessieren mich dann aber trotzdem noch

BNW

  1. No comments yet.
  1. No trackbacks yet.